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Kulturwissenschaftliche Fakultät

Facheinheit Ethnologie

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Populäre Musik als existentielle Kategorie: Rock- und Metalmusik in Antananarivo (Madagaskar)

 

 

Förderung: DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit: 2009 – 2012, danach kostenneutrale Laufzeitverlängerung bis 2015

Projektleitung: PD Dr. Markus Verne

Kurzbeschreibung:

Rock- und Metalmusik haben, liest man sie als Formen kulturellen Ausdrucks, ein sehr spezifisches Image, das – je nach Genre – durch die mehr oder weniger radikale Negation gesellschaftlicher Übereinkünfte gekennzeichnet ist. Aus der Innensicht jedoch stellt sich dies anders dar: Hier wird weniger das Moment der Kritik, als vielmehr das der "Freiheit" betont, der Möglichkeit also, sich über gesellschaftliche und kulturelle Konventionen und Zwänge hinwegzusetzen. Das Forschungsprojekt setzt sich, ausgehend von diesem Moment der "Freiheit", mit der Rock- und Metalmusik in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars auseinander. Im Zentrum stehen dabei die Fragen, welchen kulturellen Ort Rock und Metal in diesem spezifischen Kontext besetzen, welche Bedeutung ihnen als Formen ästhetischen Ausdrucks zukommt, und welche Rolle diese musikalischen Formen im konkreten Lebenszusammenhang derjenigen spielen, die sich ihr verschrieben haben. Appadurais Verständnis von "imagination as social process" (Appadurai 1996:53) dient dabei genauso als theoretischer Leitfaden wie Fabians Überlegungen zu "Moments of Freedom", die die populäre Kultur ermöglicht (Fabian 1998).

Durch das Einbeziehen musikästhetischer Überlegungen möchte das Forschungsprojekt die innerhalb der Ethnologie aktuell dominierenden historisch-politischen Lesarten populärer Musik in Afrika, die sich wesentlich an Zugangsweisen der Cultural Studies orientieren, um eine „existentielle“ Dimension erweitern. Dabei soll nicht nur an neue Tendenzen der ethnologischen Theoriebildung (vor allem Jackson 2005: Existential Anthropology, Rapport 2003: I am Dynamite!), sondern auch der allgemeinen Musikästhetik (bspw. Wellmer 2006: Über Negativität, Autonomie und Welthaltigkeit von Musik, oder: Musik als existentielle Erfahrung) bzw. der Ästhetik populärer Musik (Gracyk 2007: Listening to popular Music, 1996: Rhythm and Noise; Frith 1996: Peforming Rites) angeschlossen werden, um die Frage nach dem Wesen (populärer) Kultur aus einer in der Ethnologie bisher noch wenig berücksichtigten Perspektive zu stellen.


Verantwortlich für die Redaktion: Nadja Bscherer

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