Wissenschaft in der Praxis - Möglichkeiten der Mitarbeit

Das Pilotprojekt "Transkulturelle Kompetenz und Gesundheit (TKG)" unterstützt Mitarbeiter*innen des Klinikums und Geflüchtete in Bayreuth im Bereich Gesundheit. Gleichzeitig bietet es Studierenden der Universität Bayreuth die Chance, die erlernten wissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden. Die Mitarbeit im Projekt ist in diversen B.A.- und M.A.-Studiengängen als Praktikum anrechenbar. In Absprache mit den Projektverantwortlichen können auch Abschlussarbeiten im Zusammenhang mit dem Projekt erstellt werden. Fragen beantwortet Johanna Sarre.

Pilotprojekt Transkulturelle Kompetenz und Gesundheit (TKG)

Eine Kooperation zwischen Klinikum und Universität Bayreuth

Stand: 08.03.2016

Das Pilotprojekt „Transkulturelle Kompetenz und Gesundheit (TKG)“ richtet sich einerseits an das Personal des Klinikums Bayreuth und andererseits an Migrant*innen (besonderer Schwerpunkt: Asylsuchende/Geflüchtete) in Bayreuth und Umgebung. Ziel des Projektes ist, Migrant*innen die ersten Schritte im deutschen Gesundheitssystem zu erleichtern sowie Mitarbeiter*innen des Klinikums Hilfestellung bei ihrer professionellen Interaktion mit nicht-deutschsprachigen Patient*innen zu leisten.

Gruppenfoto TKG 2015

Mitarbeiter*innen des Pilotprojektes TKG - Phase I (v.l.n.r.): Ilse Wittal, Clarissa Bach, Stefanie Ketterer, Tanja Mudrack, Fahim Barati (Foto: Johanna Sarre, 2015)

Entstanden ist das Projekt im Frühjahr 2015 durch Anfrage des Klinikums Bayreuth nach Dolmetschern an Prof. Dr. Martina Drescher, Vize-Dekanin der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS). Das Projekt bietet Studierenden der Kultur-, Sozial-, Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bayreuth die Möglichkeit, ihre theoretischen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis zu erproben.

Die erste Projektphase (Sept. 2015 - Feb. 2016) diente dazu, die Bedarfe von Klinikumspersonal zur Verbesserung der Versorgung nicht-deutschsprachiger Patient*innen zu erfassen. Dazu wurden auf drei Stationen teilnehmende Beobachtung der Interaktion zwischen Klinikumspersonal und Patient*innen ohne Deutschkenntnisse, narrative Interviews und schriftliche Befragungen durchgeführt.  Aus der Analyse wurden konkrete Empfehlungen und Hilfestellungen entwickelt, die dem Klinikumspersonal im Frühjahr 2016 in zwei Fortbildungsworkshops vorgestellt und vermittelt wurden.

Die zweite Projektphase (Feb. - Aug. 2016) wendet sich der Perspektive von Geflüchteten und ihrem Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen in Bayreuth zu. Außerdem steht die Konsolidierung der vorhandenen Dolmetscherkontakte im Fokus der Projektarbeit. Daneben sollen Ergebnisse aus Phase I und II kontinuierlich durch Publikationen und Workshops zugänglich gemacht werden.

Bisherige Projektaktivitäten (Phase I):

  • Teilnehmende Beobachtung und Informationssammlung auf drei Stationen
  • Entwicklung eines Fragebogens zur anonymisierten Mitarbeiter*innen-Befragung (2 Seiten)
  • Entwicklung von Leitfäden für vertiefende Interviews zu Arbeitserfahrungen des Klinikumspersonals mit nicht-deutschsprachigen Patient*innen/Geflüchteten und Angehörigen
  • Vernetzung mit anderen Akteuren in Bayreuth, die an der Schnittstelle Gesundheit/Asyl arbeiten
  • Workshops und Schulungen zum Thema transkulturelle Kompetenz (und Gesundheit), Asyl (und Gesundheit) in Bayreuth

Geplante Aktivitäten (Phase II):

  • Konsolidieren der vorhandenen Dolmetscherkontakte in Absprache mit anderen Organisationen, Erstellung einer Datenbank mit Dolmetscherkontakten
  • Erstellung wissenschaftlicher Publikationen, Bericht zur o.g. Forschung, 2 Hausarbeiten & 1 Bachelorarbeit
  • Verstetigung der kulturwissenschaftlichen Begleitung und Beratung für das Klinikum Bayreuth
  • Forschung zur Erfassung der gesundheitlichen Bedarfe und des Zugangs zu Gesundheitseinrichtungen von Geflüchteten in Bayreuth
  • Weitere Workshops auf Anfrage

Ziel der Kooperation ist, kultur- und sprachwissenschaftliche Kenntnisse und Methoden in der Praxis umzusetzen und nutzbar zu machen. Damit leistet das Projekt gleichzeitig einen Beitrag zur Deckung des langfristig erhöhten Bedarfs an (nicht nur sprachlicher, sondern auch handlungspraktischer) Übersetzung im Klinikum.

Weitere Informationen & Kontakt:

Johanna Sarre, M.A.

Ilse Wittal (Master of Nursing/USQ; Innerbetriebliche Fortbildung; Klinikum Bayreuth): ilse.wittal@klinikum-bayreuth.de